SM-Play-Party am 05.05.2007
www.eromorph.info
Ereignis-Bericht von Anastasia
(Mitarbeiterin des Schreiblust-Verlages, Autorin u.a. „Böse Geschichten“, Charon-Verlag)
Durch den eisernen Vorhang in eine andere Welt –
heftig, schrill und dennoch dezent.
Eine Burg in Mittelthüringen. Der Weg ist steil, in einer engen Kurve überfahren wir beinahe eine schwarze Katze. Gutes oder schlechtes Omen? Die Spitzen des hölzernen Falltores über der Einfahrt wirken bedrohlich. Einige Fahrzeuge stehen bereits dicht gedrängt auf dem Burgvorhof, wir parken unser Auto daneben und steigen aus.
Dann kracht mit rostigem Knall das schwere, blickdichte Eisentor hinter mir und Paria ins Schloss. Wir befinden uns im Innenhof: Weiträumig, altertümlich – hohe Mauern, Treppen, Türmchen, Nischen. Naturstein satt. Fackeln und Kerzen zaubern geheimnisvolle Schatten. Unser Weg zum Empfangszelt ist mit Brennnesseln ausgelegt.Kein roter Teppich, keine Rosenblätter…
Daphne und Laurius begrüßen uns herzlich, mit Sekt und Küsschen. Unsere Aufregung legt sich, der feste Griff meines Partners, der zum ersten Mal so eine Party besucht, wird lockerer. Sind ja alles ganz normale Leute! Erst beim nochmaligen Hinsehen bemerken wir die Gummidoll unter der Käseglocke. Wow! Zwei Eingriffslöcher im Korpus der schwarzroten Tonne laden zum Tasten ein, doch niemand traut sich. Der Herr dieses dekorativen Spielzeugs beobachtet sein Goldstück mit Argusaugen, passt auf, dass sie genügend Luft bekommt.
Direkt neben dem Zelt versperrt ein mannshohes Gitter eine Mauernische.
Dieses Outdoor-Gefängnis wird unbenutzt
bleiben.
Die Nacht ist zu kalt, aber in den Innenräumen laden weitere Käfige zu weniger kühlen Spielchen ein. Ein mittelalterlicher Standpranger steht vor dem Eingang zum Wirtschaftsgebäude, in welchem die Party steigen soll. Die vergitterten Fenster wirken martialisch, an einem ist eine Spreizstange angebracht.
Nachdem wir uns umgezogen haben, begeben wir uns wieder nach draußen. Schließlich wurde ich als Berichterstatterin gebucht, muss Augen und Ohren offen halten und beobachten. Die meisten Gäste kommen in Straßenkleidung, mit Köfferchen oder Reisetasche. Später erkennt man sie kaum wieder. Insgesamt 25 Paare haben sich angekündigt. Es ist restlos ausverkauft.
Ein Pärchen fällt auf: Sie - ganz feminin in schwarzer Lackkorsage, mit wallender dunkler Haarpracht und Diadem auf der Stirn. Er - im bodenlangen weinroten, eng geschnürten Kleid. Beide devot, beide sind Männer. Den feinen Unterschied bemerkte ich, als sich das Paar mit uns zusammen auf der Damentoilette ankleidet und schminkt. Ich schwöre, es wäre mir sonst nicht aufgefallen!
‚So ein Kleid würde Dir auch gut stehen’, sage ich zu Paria, der mit Lederhose und Lackhemd doch recht männlich wirkt. Er zuckt zusammen und wird rot. Das stählerne Halsband hebt sich nun hervorragend von seiner Haut ab.
Inzwischen sind alle geladenen Gäste eingetroffen. Im Hauptraum wird Fingerfood aufgetafelt, sanfte Musik plätschert aus der kleinen Anlage. Ich begebe mich in den Spielraum, während Paria meine erbeuteten Häppchen auf einer Serviette hinter mir her balanciert. Der Raum fasziniert mich. Direkt am Eingang steht ein Tisch mit Feuchttüchern, Gummihandschuhen, Gleitmitteln, Desinfektionsspray und Kondomen. Die aufgebauten Geräte sind ansprechend und sauber, einzelne Areale durch Paravents abgeschirmt. Es gibt ein Andreaskreuz, einen Massagetisch mit Bockfunktion, einen Standkäfig, einen Gynstuhl und ein Gebärbett. Den hinteren Teil des Raumes dominiert ein schwarz lackiertes Holzgerüst. Eben jenes wird im Laufe der Nacht ausgiebig genutzt. Frei schwingend fixiert ist eben doch extrem geil!
Inzwischen wird der Gynstuhl als Bock zweckentfremdet, eine Gerte klatscht. Der Hintern der Sklavin ist gut gerötet.
Ich unterhalte mich mit einem Newcomer-Pärchen aus Jena. Dafür, dass sie neu in der Szene sind, hat er seine Sub gut unter Kontrolle. In den darauf folgenden Stunden sehe ich das schlanke Mädchen nur noch auf Knien. Der aufrechte Gang wurde ihr untersagt. Eine solche Zurschaustellung birgt natürlich Risiken: Ein Möchtegern-Dom mit freihängendem Gemächt versenkt ungefragt seinen Penis in ihrem Mund. Selbiger fällt auch später unangenehm auf, wird allerdings entschieden in die Schranken gewiesen und verlässt vorzeitig die Party.
Es sind einige Männer anwesend, die ich mir gut als dominanten Part hätte vorstellen können. Stattdessen laufen sie brav an der Leine. Ein kräftiger, jungenhafter Typ, eingepackt in eine mit zahlreichen Riemen verstärkte Zwangsjacke, Kopfharnisch und Trense, folgt seiner Herrin. Ein schöner Hengst!
Man sieht viel Latex, Lack und Leder. Die dominierenden Farben sind schwarz, blau und rot. Ein Fest fürs Auge.
Eine zierliche blonde Domina aus Hof führt zwei Riesen-Subs mit sich. Der Dunkelhaarige ist in Bondage-Tapes gewickelt und lächelt unentwegt, die blondperückte Transe trägt ein rotes Kleid, ihr grellgeschminkter Mund sieht eher traurig aus. Das soll sich ändern! Kurzerhand borge ich mir die Zwei-Meter-Transe aus und fixiere sie in unserem mitgebrachten Prangertisch. Paria ist nämlich nicht nur mein Partner und Sub, sondern obendrein ein talentierter Möbeltischler (www.dienst-werk.de). Der Tisch hält was er verspricht. Das Schwanzmädel wird von mir mit Negerküssen und Erdbeeren gefüttert, bald sind meine Finger blutrot von ihrem Lippenstift. Ich komme mit der Hofer Domina ins Gespräch, die sichtlich erfreut ist, dass ihre Begleitung so gut versorgt wird. Positiv erstaunt merkt sie an, dass es hier sehr viele männliche Subs gibt - auf anderen Partys wäre das Verhältnis genau umgekehrt. Der große Dunkelhaarige steht mit Grübchen in den Wangen daneben und nickt. Nach einer Stunde wird die Transe aus ihrer unbequemen Haltung befreit und darf sich auf einem Strafhocker (ebenfalls von Paria gebaut) ausruhen. Ihren Lippen fehlt jegliche Farbe, aber dafür lächeln sie jetzt.
Eine Performance beginnt. Die Gäste gruppieren sich um ein rotes Table, auf dem die Gummipuppe aus der Tonne liegt und von ihrem Meister ringsum fest getackert wird. Sicher eine intensive Erfahrung für die Frau, ähnlich einem Vakuumbett. Ich habe eher Bedenken, dass das tolle Latexoutfit beschädigt wird. Eine Gefühlsregung kann man unter der Maske nicht erkennen, jedoch stehen die freigelegten Brüste prall nach oben, die Nippel scheinen steinhart. Nachdem das Table mit der angehefteten Dame mühevoll aufgerichtet wurde, beschäftigen sich einige der Anwesenden intensiv mit ihren riesigen Titten. Paria darf das Ereignis gefesselt auf seinem eigenen Strafhocker genießen. Ich begebe mich rauchenderweise vor die Tür, nicht ohne ab und zu nach ihm zu sehen. Einen attraktiven Sklaven darf man auf einer solchen Veranstaltung nicht aus den Augen lassen!
Mein Lieblingssekt ist alle! Irgendwo gibt es noch welchen für bespielte Subbis, teilt mir der Barmann mit. Also begebe ich mich auf die Suche und werde fündig. Ein Thüringer Dom steht draußen an einem der Gitterfenster, hat die Hände eine junger Frau im roten Lackkleid an einer Stange festgeschnallt, die Augen verbunden und macht soeben Anstalten, ihr Sekt aus der Flasche einzuflößen. Ich bedeute ihm wortlos, dass er dies mir überlassen solle, nehme einen tiefen Schluck und noch bevor er protestieren kann, presse ich meinen Mund auf den zitternden der Sub und gebe ihr das Getränk schlückchenweise. Ob sie friert, frage ich sie und wie sie heißt. Sie schüttelt den Kopf, obwohl sie am ganzen Körper bebt. Rehlein ist ihr Name. Ihr Mann steht im kurzen Latexanzug daneben und rührt sich nicht. Ich streiche über ihre Arme, den Hals, die kleinen Brüste und versenke meine Hand zwischen ihren Schenkeln. Sie ist pitschnass und reagiert heftig. Ich nehme einen weiteren Schluck Sekt und füttere sie damit, nicht ohne das meiste in meine Kehle rinnen zu lassen. Dann übergebe ich das Rehlein wieder in die Obhut des Doms, dem vor Staunen der Mund offen steht, und gehe meinen Paria holen, der immer noch auf dem Strafhocker festsitzt. Ich stelle ihn so, dass er alles gut beobachten kann und widme mich Rehleins nacktem Hintern. Die Geräusche der Schlaginstrumente hallen an den Mauern wider und sind ganz bestimmt bis hinunter in den Ort zu hören. Kurz darauf verschaffe ich der erhitzten Frau mit beiden Händen einen Orgasmus. Es soll nicht ihr letzter an diesem Abend gewesen sein. Später erfahre ich, dass das Paar sehr devot ist und nur auf solchen Partys seine Phantasien ausleben kann, jeder für sich - wobei sie damit offenbar mehr Erfolg hat als ihr Gatte. Ich wäre übrigens die erste Frau, die sie bespielt hat. Sie ist auch meine erste gewesen – Doppelpremiere sozusagen. Ihr hat es gefallen, mir auch.
Ich muss dringend pinkeln und erledige das im Innenhof etwas abseits auf einem Stück Wiese. Paria schaut mir aufmerksam zu, säubert mich schließlich hingebungsvoll mit seiner Zunge und will gar nicht mehr aufhören. Ich merke nichts mehr von der nächtlichen Kühle. Später, zu Hause, wird er als Belohnung doppelt zu spüren bekommen, wozu hier die Zeit fehlte!
Im Innern hat die Party ihren Höhepunkt erreicht, im Play-Room ist jedes Gerät in Benutzung. Es ist weit nach Mitternacht. Langsam lichten sich jedoch die Reihen, viele treten nach anstrengenden und ereignisreichen Stunden den Heimweg an. Diese Burg-Play-Party hat ihre Premiere bestanden und wird nicht die letzte gewesen sein.
Ein gelungener Auftakt in grandioser Kulisse!
Wir verabschieden uns ebenfalls, behalten unser Outfit an und hoffen, dass wir unterwegs in keine Kontrolle geraten. Das Eisenportal klingt nicht mehr ganz so erschreckend, als es hinter uns ins Schloss kracht, das hölzerne Falltor bleibt an seinem Platz und in der engen Kurve sitzt noch immer die schwarze Katze, die im Rückspiegel mit der Nacht verschmilzt.
Wir werden wieder kommen!
@Anastasia
08.05.2006
(Dank an Paria für seine hilfreichen Gedächtnisstützen)